Zentralchile, aktive Vulkane und heiße Quellen

Nachdem wir die wunderschöne Landschaft rund um die Straße der sieben Seen in der Gegend um Bariloche, El Bolson und San Martin de los Andes ausreichend erkundet haben fahren wir, mit Blick auf den schneebedeckten Vulkan Lanin und vorbei am Lago Tromen, durch herrliche Araukarienwälder wieder zurück nach Chile.

Mittlerweile wird es Herbst und die Tage und Nächte werden merklich kühler. Wir kommen nach Pucon, das in der Hochsaison total überlaufen ist. Nachdem aber nun die Schulferien zu Ende sind, ist überall Ruhe eingekehrt und wir sind fast alleine. Auf der Suche nach einem Stellplatz werden wir von einem Landrover gestoppt und mit den Worten empfangen, „was machen denn die Ebersberger hier“. Es ist Ernst aus Trudering der seit 30 Jahren hier wohnt und uns herzlich begrüßt. Wir genießen ein paar Tage den Flair des schönen Städtchens. Es ist eine Gegend fast wie daheim und man kann durchaus verstehen, dass viele Deutsche hierher ausgewandert sind. Überall bietet sich ein Blick auf schneebedeckte Berge die allerdings, im Gegensatz zu den heimischen Alpen, meistens Vulkane sind. Der Hausvulkan von Pucon, der Villarica, ist immer noch aktiv  und seine stetige Rauchfahne erinnert daran, dass hier wohl nie völlige Ruhe einkehren wird. Den „Tanz auf dem Vulkan“, sprich eine Tagestour zum Kraterrand, haben wir nicht gemacht. Alternativ haben wir mit Rudi aus Simbach am Inn, der schon lange in Pucon wohnt, eine wunderschöne Wanderung in unberührter Natur an den Fuß des Vulkans mit Blick auf Gletscher und Wasserfälle gemacht.

Nach ein paar Tagen geht es weiter, diesmal über die Straße der sieben Seen in Chile, aber auch nicht weniger schön als drüben in Argentinien. Nachdem wir schon die Termas Pozones bei Pucon ausprobiert haben, wollen wir nun zu den Termas Geometricas, angeblich die schönste Therme in Chile. Die Anfahrt führt 18km über eine ziemlich ruppige Piste und wir hoffen, dass sich die Anstrengung auch lohnt. Und wir werden nicht enttäuscht. Ein bekannter chilenischer Architekt hat hier eine einzigartige Thermalanlage geschaffen. Eingebettet zwischen steilen Berghängen und Nischen und verbunden durch hölzerne Laufstege stehen 20 Thermalbecken zur Verfügung, und mittendurch rauscht ein Wildbach. Wir verbringen dort ein paar schöne relaxte Stunden bevor es weiter geht durch eine Landschaft wie in Oberbayern bis nach Valdivia, einem malerischen Städtchen an einem Fluss gelegen. Ähnliches gibt es in Deutschland sicher auch, aber was es dort nicht gibt sind Seelöwen, die sich zu Hauf vor der Kaimauer am Fluss tummeln und auf die Abfälle vom Fischmarkt warten. Unser Weg führt uns weiter bis zum Pazifik und wir verbringen ein paar Tage an der Steilküste mit schönen Sandstränden, die aber nur zu Fuß erreichbar sind.  

Da es nun doch schon merklich kühler wird machen wir ein wenig Strecke nach Norden und fahren über Temuco nach Curacautin. Dort wollen wir zu den Araukarien Wäldern. Doch dann zerreißt es uns auf schöner geteerter Straße bei 80km/h aus unerfindlichen Gründen den rechten Hinterreifen. Zum Glück bringen wir das 11 Tonnen Gefährt sicher zum Stehen. Nun heißt es zum ersten Mal selbstständig Reifen wechseln. Wir sind froh, dass uns Franz Aigner ein 1,5m langes Stahlrohr mitgegeben hat, sonst würden wir wohl heute noch versuchen die Radmuttern aufzubekommen. Aber wir meistern alles ganz gut und nach 2 Stunden, kurz vor Einbruch der Dunkelheit, können wir weiterfahren. Nun haben wir aber das Problem, dass wir kein Ersatzrad mehr haben und die Spezial Geländereifen die wir fahren, in Südamerika schwer bis gar nicht zu bekommen sind.

Wir erholen uns von den Strapazen ein paar Tage im Cafe Aleman bei Lilo und Peter aus Augsburg, denen wir an dieser Stelle auch nochmal ganz herzlich für alles danken möchten, ihr wisst schon wofür!! Das Wetter wird schlechter und es folgt Dauerregen und ein Kälteeinbruch. Als wir morgens aus dem Fenster schauen sind 10cm Neuschnee gefallen und wir müssen die Wanderung in den Araukarien Wäldern leider streichen.

Wir fahren über Concepcion an den Pazifik und finden schöne Übernachtungsplätze an tollen Sandstränden. Die Gegend um Concepcion ist 2010 von einem schweren Erdbeben, gefolgt von einem Tsunami, getroffen worden und überall sieht man noch die Verwüstungen die die Naturgewalten hier angerichtet haben. Wir fühlen uns auch nicht so wirklich wohl wenn wir nachts an einem einsamen Sandstrand stehen und sondieren des Öfteren die Gegend nach Fluchtmöglichkeiten, soll heißen, wo geht es den nächsten Berg hinauf. Hinzu kommt, dass in diesen Tagen ein schweres Erdbeben der Stärke acht 2000 km weiter nördlich in Arica war. Irgendwie kein sehr beruhigendes Gefühl. Wir besuchen Christian und Betina in ihrem schönen Anwesen am Meer und Betina organisiert uns tatsächlich neue Reifen die wir in ein paar Tagen in Santiago abholen können.

In Talca verbringen wir noch ein paar Tage in der sehr schönen Ferienanlage Casa Chueca und nutzen die Infrastruktur um für nächste Woche einen Trip von Santiago auf die Osterinseln zu organisieren. Nun sind wir glücklich in Santiago angekommen und stolze Besitzer von vier nagelneuen LKW Geländereifen die uns hoffentlich die nächsten 70.000 Kilometer halten werden. Morgen geht es dann für eine Woche auf die Osterinseln. Was wir dort so alles erleben erfahrt ihr dann wie immer im nächsten Blog. Bis dann. Hasta Luego.

 

Und hier noch ein paar Schnappschüsse

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Kommentare: 4
  • #1

    bernhard (Donnerstag, 10 April 2014 13:13)

    Hallo Karin und Manfred,
    dieser "Ausflug " auf die Osterinseln passt ja zeitlich sehr gut ;-) -- ich bin mal gespannt, was ihr dort erlebt.
    Es ist ja schon sehr hilfreich für euch, immer wieder mal auf freundliche und unterstützungswillige Landsleute zu treffen .
    Ich wünsche euch weiter eine gute Reise -- es ist sehr schön, dass ihr uns daran teilnehmen lasst.
    Freundliche GRüße
    Bernhard

  • #2

    Christiane (Donnerstag, 10 April 2014 18:10)

    Hallo Ihr beiden,
    na da habt Ihr ja ordentlich was erlebt in Zentralchile - eine Region, die ich selbst noch nicht kenne. Aber Euer Bericht macht Lust drauf!
    Viel Spass auf den Osterinseln (und Vorsicht vor den Kakerlaken ;-)
    Viele Grüße aus (leider wieder) Deutschland

  • #3

    Margit (Sonntag, 13 April 2014 20:17)

    Hi Ihr zwei.
    Bei uns steht Ostern nächste Woche an und ihr besucht nun die Osterinseln. Es war wieder interessant von euch zu lesen.
    Nun genießt die Tage, auch ohne Momo.
    Viele liebe Grüße Margit und Manni

  • #4

    Jürgen (Montag, 14 April 2014 12:09)


    Der sechzehnte:

    Fängt MOMO auf Piste zu zicken an,
    dann platzt ihm der Reifen halt dann und wann,
    doch Frau in Sandalen
    kann lindern die Qualen:
    An Felge ist bald schon ein neuer dran!

    (vielleicht sollte man im nächsten Baumarkt mal ein paar Sicherheitsschuhe besorgen…)

    PP

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