Zurück in Argentinien

Nach unserem 2-monatigen Heimaturlaub freuen wir uns nun darauf, dass es endlich weiter geht  und landen nach 13 Stunden entspanntem Flug wieder in Buenos Aires. 

Dank den doch sehr bescheidenen WLAN Fähigkeiten von „Lufthansa über den Wolken“ können wir leider nur Bruchstücke des zweiten Halbfinals Holland gegen Argentinien anschauen, und just beim dritten Elfmeter für Argentinien geht dann das Bild, zum Entsetzen der zahlreichen Argentinier an Bord, auch noch ganz weg. 

Wir bleiben noch zwei Tage zum Akklimatisieren in der Hauptstadt und bummeln durch einige Stadtteile die wir beim ersten Mal noch nicht gesehen haben. Die Stadt ist im WM Fieber und wir sind natürlich genauso überzeugt davon Weltmeister zu werden wie die Argentinier. Dann fahren wir mit dem Nachtbus nach San Luis, wo wir unser MOMO geparkt haben. Es ist Sonntag, der 13. Juli und nun steht erstmal ein wichtiger Termin an, wir müssen Weltmeister werden und das hat ja dann bekanntlich auch super geklappt.

 

Die ersten Tage vergehen  wie im Flug und bis wir uns wieder so einigermaßen eingerichtet und unsere 120kg Gepäck verstaut haben, ist schon eine Woche rum. Aber dann hält uns nichts mehr und wir machen uns auf zu Teil 2 unserer Weltreise. Im Cockpit haben wir die deutsche Fahne gehisst was uns immer mal wieder das eine oder andere Gespräch über die WM beschert. Beim Ölwechsel in Rio Cuarto bekommen wir dann tatsächlich noch eine argentinische Fahne dazu und im Gegenzug schenken wir dem Mechaniker eine deutsche Fahne.

Wir fahren weiter nach Alpe Corral, einem kleinen malerisch gelegenen Ort am Fluss etwas abseits der Hauptroute.  Als wir aus einem Cafe rauskommen werden wir von einem argentinischen Paar angesprochen und auf einen Mate Tee nach Hause eingeladen. Das Ganze erweitert sich dann zu einem Mittagessen mit 8 Leuten und wir haben viel Spaß zusammen und kauderwelschen in Spanisch Englisch und Deutsch. Muchas gracias por todo de Jorge, Analia, Mario y Veronika. 

Die Nacht verbringen wir dann an einem schönen Platz am Fluss. Unsere anfänglichen Bedenken, ob und wie wir denn nach unserem langen Heimaturlaub wieder in das Vagabundenleben reinfinden, lösen sich sehr schnell in Wohlgefallen auf. Die Landschaft in den „Sierras de Cordoba“ ist wunderschön und wir kommen nur sehr langsam voran. Oft machen wir nach wenigen Fahrkilometern schon wieder einen Stopp für die Nacht an einem schönen Platz und genießen das herrliche Winterwetter mit strahlend blauem Himmel und Tagestemperaturen von 20 bis 25 Grad. 

Unser Weg führt uns nach Villa Belgrano. Hier siedelten sich heimatlose Überlebende des Kriegsschiffs Graf Spree an, das im zweiten Weltkrieg bei Montevideo gesunken war.  Schon lange vorher weisen deutsche Reklameschilder auf Hotel Bremen, oder Alpendorf hin, aber trotz des entschieden deutschen Anstrichs versteht heute kaum einer der Einwohner noch die Sprache der alten Heimat. Größtes Ereignis ist das jährlich stattfindende Oktoberfest, das größte Bierfest des Landes. Viele Argentinier kommen hierher um einmal genau zu sehen wie sich deutsche Gemütlichkeit mit Wiener Schnitzel, Würstel mit Sauerkraut und viel, viel Bier darstellt. Wir bummeln durch die Straßen und müssen viel schmunzeln angesichts den Vorstellungen von Deutschland und dem Kitsch der massenweise angeboten wird. 

Noch interessanter wird es dann ein paar Kilometer weiter in Cumbrecita, einem autofreien Dorf im alpenländischen Stil. Deutsche und Schweizer Auswanderer haben dem Dorf ihren Stempel aufgedrückt. Kleine Wanderwege führen zu einem Wasserfall und zu Badestellen und in den Restaurants gibt es Apfelstrudel. Wir kommen uns vor wie beim Aprés Schi, nur ohne Schnee. Als Höhepunkt werden wir dann an einem Kiosk mit deutscher Volksmusik beschallt. Aus den Lautsprechern tönt  Chris Howland:  „Ich ess` so gerne Sauerkraut und tanz` so gerne Polka“. Die älteren unter euch werden sich sicher erinnern. 

Nun geht es erstmal steil bergauf bis auf 2000m, denn unser nächstes Ziel ist der Nationalpark „Quebrada del Condorito. Wir übernachten auf dem Parkplatz am Rangerhaus und machen am nächsten Morgen eine schöne 8-stündige Tagestour zur Kondorschlucht. Von den Aussichtsplattformen an der Süd und Nordseite kann  man die riesigen Vögel beobachten wie sie tief unten in der Schlucht ihre Kreise ziehen. 

In Villa Carlos Paz gehen wir nach langer Zeit mal wieder auf einen Zeltplatz am Stadtrand. Es ist super Wetter und wir erkunden die Gegend mit dem Fahrrad. Der besondere Stolz der Stadt ist eine große, freistehende Kuckucksuhr. Im Sommer ist der Ort, der gute Wassersportmöglichkeiten an einem Stausee bietet, total überlaufen, aber im Winter sehr beschaulich und ruhig.

Wir nutzen die gute Verkehrsanbindung und fahren mit dem Bus nach Cordoba.  Die 1,4 Millionen Einwohner Stadt ist eine faszinierende Mischung aus alt und neu und wurde 2006 mit dem Titel „Kulturhauptstadt beider Amerikas“ ausgezeichnet. Die meisten Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel die Kathedrale San Martin und die Jesuitenkirche, gruppieren sich um die zentrale Plaza San Martin und sind alle gut zu Fuß zu erreichen. Das „Museo la Memoria“ gibt Zeugnis über die Exzesse der argentinischen Militärdiktatur. Das Museumsgebäude war früher das geheime Internierungs-  und Folterlager des Geheimdienstes. An den Wänden hängen die Bilder von Menschen die nach 30 Jahren noch immer verschwunden sind. Ein Rundgang der verdeutlicht, welchem Horror die Menschen in dieser Zeit ausgesetzt waren. Wir machen noch eine Stadtrundfahrt mit dem Doppeldeckerbus und gewinnen so einen guten Eindruck der Stadt und ihrer Sehenswürdigkeiten. 

Zurück auf unserem Zeltplatz genießen wir noch für einen Tag das herrliche Winterwetter mit hochsommerlichen Temperaturen von 30 Grad bevor wir weiter gen Norden fahren. Was wir dabei so alles erleben erfahrt ihr dann wie immer im nächsten Blog. Bis dann. Hasta luego. 

Und hier noch einige Schnappschüsse

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Kommentare: 7
  • #1

    Karin und Heiner (Sonntag, 03 August 2014 07:48)

    Schön, dass ihr euch wieder so gut an den "Alltag" gewöhnt habt ;)
    Man merkt, dass es euch gut geht, so soll´s sein - weiter so!

    LG Karin und Heiner

  • #2

    Melina und Felix (Sonntag, 03 August 2014 10:15)

    Hallo ihr beiden :)

    Es freut uns sehr so etwas schönes von Eurer Tour zu lesen!
    Wunderschöne Bilder :)
    Liebe Grüße

    Melina und Felix :*

  • #3

    Ellen Jost (Sonntag, 03 August 2014 10:26)

    Hallo, wir verfolgen sehr gespannt eure Tour und hoffen noch viele interessante Bilder und Beschreibungen hier zu sehen.
    Liebe Grüße aus Wuppertal Ellen und Peter Jost

  • #4

    Iris Pohl (Dienstag, 05 August 2014 20:39)

    Danke für die Geburtstagsglückwünsche .Ich freue mich für euch,dass ihr jetzt wieder durchstartet und weiter auf Erkundungsreise geht. Wieder ein schöner Beitrag mit sehr tollen Bildern. Liebe Grüße von Iris.

  • #5

    Margit (Donnerstag, 07 August 2014 08:50)

    He ihr Zwei.
    Der zweite Teil hat begonnen und wir freuen uns wieder Eure Bilder und Erlebnisse mit Euch
    zu erleben.
    Weiterhin gute Fahrt und alles Gute.
    Herzlichst Margit und Manni

  • #6

    Elke und Peter Rembert (Donnerstag, 07 August 2014 17:20)

    In den vergangenen Wochen hat uns Euer toller Bericht wirklich
    gefehlt. Um so mehr freut es uns den ersten Bericht ( Reise Teil 2 )
    erhalten zu haben.
    Nach meiner Datenbank ist der heutige Tag ( 07.Aug. ) ein besonderer Tag !!!!!
    Herzlichen Glückwunsch lieber Manfred zu Deinem heutigen
    Geburtstag. Alles erdenklich Gute und vor allen Dingen weiterhin
    viel Spaß auf dem Teil 2 Eurer Route.
    Natürlich auch einen Gruß an Deine Gattin.
    Herzliche Grüße von Elke und Peter

  • #7

    Jürgen (Sonntag, 24 August 2014 09:22)


    Der zwanzigste:

    Zurück bei den Gauchos im fernen Land
    gibt's neue Erlebnisse "aus dem Stand":
    Viel deutsches Ambiente
    (es lebe die Rente!),
    bald lesen wir sicher noch allerhand!

    Der einundzwanzigste (Sonderedition "Alter Mann"):

    Geburtstag hat heuer ein Strahlemann,
    dem kaum einer sieht seine Jahre an!
    Er wär' auch nicht ohne
    als Werbeikone,
    Wie konnt' ich den Alten vergessen, Mann!

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