Auf dem Weg nach Ecuador

Eine Woche vor Weihnachten haben wir unsere Magenprobleme auskuriert und fahren von Huanchaco aus weiter gen Norden. Die Straße ist endlos und links und rechts ist nichts als trostlose Wüste. 

Auf unserem Weg liegen noch die Ausgrabungsstätten von Sipan. Der Grabfund war 1987 ein archäologischer Volltreffer und für Peru der spektakulärste seit langem. Da an der Ausgrabungsstätte nicht viel zu sehen ist sparen wir uns die holprige Fahrt dorthin und besuchen dafür das 2002 eröffnete Museo Tumbas Reales de Sipan in Lambayeque wo alle Fundstücke als peruanischer Nationalschatz dauerhaft präsentiert werden. Geformt wie eine Adobe Pyramide führt eine Rampe in das 3-stöckige Museum in denen die Phasen der Ausgrabung dokumentiert sind. Man sieht die Nachbildung des Grabes vom „Herr von Sipan“ und die Grabbeigaben. Den Herrscher mussten seine drei Haupt –und Nebenfrauen, drei Krieger inklusive dem Militärchef, ein Dienstbote und ein Grabwächter mit amputierten Füßen (bestimmt, damit er nicht weglaufen kann) auf der Reise in die Ewigkeit begleiten, insgesamt acht Leute sowie, ein Lama und ein Hund. Alle wurden wohl für die Beisetzung getötet. Mit der Art der Darstellung und den wunderbaren Gold, Silber, Metall -und Keramikarbeiten war es für uns eines der interessantesten und am besten aufbereiteten Museen in Peru. Leider herrscht drinnen absolutes Fotoverbot. 

Dann geht es wieder hunderte von Kilometern durch endlose Wüstenlandschaft und Müllberge bis wir dann endlich im Norden von Peru ankommen. Kurz vor Zorritos finden wir die Casa Grillo, eine einfache Anlage am Meer. Da gefällt es uns dann schon besser. Sandstrand, Beach Life, sonnig und warm, kurzum, fast Karibik Flair, also gerade das richtige für Weihnachten. Wir bleiben dort über Weihnachten und genießen das faule Leben in der Hängematte. 

Kurz vor Jahresende fahren wir dann weiter nach Ecuador. Hier erwartet uns ein total anderes  Landschaftsbild und es sieht auch alles viel aufgeräumter und sauberer aus als in Peru. Dazu ist es tropisches Klima. Papaya -und Mangobäume, Bananenstauden, Ananas und üppige Blumenpracht, soweit das Auge reicht. Mit dem letzten Tropfen Sprit steuern wir eine Tankstelle an, aber die ersten zwei nach der Grenze haben nichts mehr. Sind wohl ausgeräubert, da der Sprit hier nur 0,22€/ltr. kostet. MOMO muss also noch 50km durchhalten bis es was gibt. Die Landschaft ist sehr gebirgig und es geht ständig auf und ab. Wir besuchen die  alte Goldgräberstadt Zaruma und kämpfen uns über sehr steile Straßen bis fast ins Zentrum. Dann geht es aber nicht mehr weiter, weil MOMO dafür einfach zu groß ist und wir parken sehr steil, abgesichert mit Unterlegkeilen, und gehen erstmal den Ort besichtigen. Die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein. Wir gehen über hölzerne Gehsteige wie in einem Western und bewundern die über 100 Jahre alten Häuserzeilen. Um wieder aus dem Ort  raus zu kommen hilft uns ein freundlicher Einheimischer und fährt mit seinem Auto vor uns her. 

Wir fahren weiter über eine unbefestigte Nebenstraße durch üppige Tropenvegetation und immer wieder geht es steil rauf und wieder runter. Zum Hinstellen finden sich kaum Plätze und so fahren wir über Loja nach Vilcabamba und nisten uns dort zwei Tage vor Silvester in einem netten Hostel mit deutscher Leitung ein. Das Klima hier ist einzigartig und es gibt überdurchschnittlich viele Leute die über hundert Jahre alt sind. Wir atmen also jeden Tag ganz tief durch um ein paar zusätzliche Jahre gut zu machen. Silvester verbringen wir ganz unaufgeregt und relaxt und stoßen mit den anderen Gästen um Mitternacht aufs neue Jahr an. 

Dann müssen wir leider wegen gesundheitlicher Probleme von Manfred für ein paar Tage mit dem Flieger nach Quito ins Krankenhaus. Wieder genesen machen wir einen Stadtbummel durch die wirklich sehr schöne Altstadt und werden dort dann aber am helllichten Nachmittag auf dem Weg zur Basilika von 4 Typen mit einem Messer überfallen und mein Fotoapparat wird mir gewaltsam abgenommen. Gottseidank ist weiter nichts passiert, aber den Schock müssen wir erstmal verdauen. Die Anzeige bei der Polizei dient eigentlich nur als Versicherungsnachweis. Ansonsten wird das Ganze nach Schema F abgehandelt und wir werden als weitere Nummer auf einer Liste abgehakt. Lust, um weiter die Stadt zu besichtigen, haben wir nun nicht mehr und gehen zurück zu unserem Hotel. Das neue Jahr geht ja gut los. Am nächsten Mittag fliegen wir dann zurück nach Vilcabamba. Ich hatte echt schöne Bilder von der Altstadt in Quito gemacht. Die können wir euch aber nun leider aus den oben genannten Gründen nicht zeigen. Aber vielleicht kommen wir ja nochmal hin und dann reichen wir die nach.

 

Nun sind wir in Cuenca, stellen dort unser Auto ab, und fliegen ungeplant am 17. Januar für ein paar Wochen zurück nach Deutschland um sicherzustellen, dass gesundheitlich alles ok ist. Wir sind optimistisch und gehen mal davon aus, dass wir unseren geplanten Rückflug nach Quito am 1. März auch antreten können. Dann gibt`s auch wieder neue Bilder mit einer brandneuen Kamera. Bis dann. Hasta Luego. 

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Kommentare: 2
  • #1

    Margit und Manni (Dienstag, 13 Januar 2015)

    Hi ihr zwei,
    Barfuß im Sand stehen, wenns bei uns kalt ist, das hat schon was. Da kann man euch beneiden.
    Trotz der Rückschläge lässt euch die Freude nicht nehmen.
    Gruß Margit

  • #2

    Jürgen (Mittwoch, 14 Januar 2015 16:59)


    Platzpatroni entschuldigt sich in aller Form für die redaktionellen Verzögerungen der vergangenen Wochen, aber ein voller vorweihnachtlicher Terminkalender läßt den Neupensionär den alten Zeiten nachtrauern, in denen er noch nach achtstündigem Heilschlaf seinen Schreibtisch in Richtung Feierabend verlassen konnte. Schöne alte Zeit!
    Aber jetzt wieder geballter Unfug:

    Der siebenundzwanzigste (Im Amazonas Tiefland):

    zunächst einmal bleibt unsere Küche kalt,
    wir speisen stattdessen im Regenwald!
    Wadee uns verspricht
    ein tolles Gericht,
    wofür man in Thailand wohl Zeche zahlt!

    Der achtundzwanzigste (Unterwegs in Peru):

    fliegt er über Canyons in Südperu,
    macht lässig der Kondor die Augen zu!
    Doch stülpt sich der Magen
    bis über den Kragen,
    fliegst du einen trip mit der Chessna-Crew!

    Der neunundzwanzigste (Auf dem Weg nach Ecuador):

    nach schwer zu verdauendem Fischgericht
    erholt sich allmählich das Bleichgesicht
    in hängenden Matten
    zur Weihnacht im Schatten!
    In Quito zu bummeln empfiehlt sich nicht!

    PP

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