So

22

Nov

2015

Endlich in Panama

Nachdem wir MOMO aufs Schiff verladen haben geht es für uns Anfang  November per Flieger von Cartagena nach Panama. Nach einer schier endlosen Wartezeit haben wir es endlich geschafft. Wir kommen gerade richtig zum Unabhängigkeitstag. 

Am 3. November 1903 hat Panama seine Unabhängigkeit von Kolumbien erklärt und das wird jedes Jahr mit einer großen Parade gefeiert. Die Stadt ist dazu weitgehend abgesperrt und wir können über autofreie Straßen bummeln und das Schauspiel genießen. Durch den 1914 fertiggestellten Panamakanal ist die Stadt heute die reichste in Mittelamerika und die City sieht mit ihren Hochhäusern eher aus wie Manhattan, oder Shanghai. 

Aber zuerst wollen wir unser Auto wieder haben und dazu fahren wir mit dem Taxi ins 80 km entfernte Colon an der Atlantikküste. Da sich die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag drei Tage hinziehen und das öffentliche Leben mehr oder weniger still steht müssen wir mal wieder warten. Wir vertreiben uns die Zeit und besichtigen den Panamakanal der sich über 80 km vom Pazifik bis zum Atlantik erstreckt. Seit der Eröffnung 1914 sind mehr als eine Million Schiffe aus der ganzen Welt durch den Kanal gefahren und haben sich damit den wochenlangen und gefährlichen Umweg über Kap Hoorn gespart. Seit 1963 eine entsprechende Beleuchtung installiert wurde ist der Kanal rund um die Uhr in Betrieb und bis zu 48 Schiffe können pro Tag geschleust werden. Die Gebühren richten sich nach Anzahl der Fracht. So kostet dann ein großes Containerschiff ca. $300.000. Wir besichtigen die Gatun Locks, eine von drei Schleusenkomplexen. Die Schiffe werden stufenweise um 26m auf die Höhe des Gatun Sees angehoben und nach Überquerung wieder auf Meeresniveau abgesenkt. Seit 2007 wird an einer Erweiterung des Kanals gearbeitet um auch den neuen großen Ozeanriesen die Durchfahrt zu ermöglichen. Die neuen Schleusen werden dann 55m breit und 427m lang sein. Ein gigantischen Projekt, das 2016 abgeschlossen sein soll. 

Nachdem wir unser Auto endlich unbeschadet wieder haben fahren wir zurück nach Panama City und stellen uns dort an den Yachtclub um von dort aus noch ein paar Stadtbesichtigungen zu machen. Die Altstadt, Casco Viejo, ist heute halb verfallen und halb modernisiert. Die Restauration der alten Kolonialgebäude ist in vollem Gange und das Gebiet wurde 2003 zum Unesco Welterbe erklärt. Wir schlendern durch die Gassen und lassen den Mix von Alt und Neu auf uns wirken. Dann machen wir noch einen Ausflug zur Miraflores Schleuse die deutlich mehr touristisch vermarktet wird als die Gatun Schleuse und offensichtlich Pflichtprogramm für die vielen Kreuzfahrtschiffe ist. Wir sind auf jeden Fall nicht alleine. 

Dann reicht es uns auch schon mit Stadt und wir entfliehen dem feucht heißen Klima und fahren nach El Valle auf 600m, das in einem riesigen erloschenen Krater liegt. Zum ersten Mal seit langen können wir mal wieder durchatmen und ohne Klimaanlage schlafen. Wir feiern Karins Geburtstag mit selbst gebackenen Brot und Kuchen und köpfen eine Flasche Champagner die wir extra dafür aufgehoben haben. Der Ort gibt nicht viel her und nachmittags fängt es immer an zu regnen und hört nicht mehr auf. Na klar, ist halt Regenzeit, aber da war die Hitze dann doch besser und wir fahren wieder runter ans Meer an den Strand von Santa Clara und ein paar Tage später von dort dann weiter an der Pazifikküste nach Norden. Unterwegs müssen wir noch einen Boxenstopp einlegen und unserer Lieblingsbeschäftigung nachgehen. Ein Reifen verliert mal wieder Luft. Aber in einer guten Werkstatt ist der Schaden schnell behoben und wir fahren weiter bis an den Strand von Las Lajas, mit 20km einer der längsten Zentralamerikas. Dort finden wir einen Platz nach unserem Geschmack, direkt am Strand mit Sonnenschutz und viel Platz für die Hängematte. 

Aber irgendwann sieht dann doch jeder Strand gleich aus und wir fahren wieder hoch in Berge nach Boquete auf 1000m. Nachdem der Ort vor ca. 10 Jahren zu einem der vier besten Altersruhesitze weltweit erkoren wurde, sichern sich Scharen von Rentnern aus aller Welt dort ein Berggrundstück. Spanisch scheint hier mittlerweile eine Nebensprache zu sein. Der Ort verändert sich zunehmend und ist eine wild zusammengewürfelte Mischung aus Ursprünglichkeit und Amerika. . Wir können dem überhaupt nichts abgewinnen, zumal die Regenzeit die komplette Region fest im Griff hat und wir von der vielgepriesenen Landschaft leider nichts zu sehen bekommen, außer nebelverhangenen Bergen. Also geht es kurzentschlossen weiter durch die Berge bis hinunter an die Karibikküste. Dort stellen wir unser Auto in Almirante ab und fahren mit dem Wassertaxi zu den Bocas del Toro auf die Hauptinsel Colon und mieten uns dort für eine Nacht  im Hostal Hansi ein. Die Inselgruppe ist eines der bedeutendsten Touristenziele in Panama, zumindest wenn man von Sonne und Meer nie genug bekommen kann. Wir machen einen Tagesausflug zum Schnorcheln und schwimmen und abends genießen wir ein paar Happy Hour Cocktails in einem der schönen Bars am Wasser. Danach schaffen wir gerade noch so ein schnelles Abendessen und fallen dann ins Bett. Leider ist es aber nicht das Bett von MOMO sondern ein zwar nettes Hostel, aber das Bett knarzt, der Ventilator klappert und es ist verdammt warm. Die Nacht ist also entsprechend schrecklich und völlig gerädert  kommen wir am Vormittag wieder bei MOMO an. „Home, sweet home“.

Wir verabschieden uns nun von Panama und machen uns auf nach Costa Rica. Eine alte Eisenbahnbrücke dient als Grenzübergang zwischen den beiden Ländern. Gottseidank sind wir früh dran, denn irgendwie haben wir wohl immer Pech mit dem Zoll. Die Dame checkt mal wieder überhaupt nichts und kaum sind gut 4 Stunden rum sind die Einreiseformalitäten auch schon erledigt. 

Wir steuern Puerto Viejo an und finden in der Nähe eine sehr schönen Platz direkt am Karibikstrand unter Palmen. Was will man mehr. Bevor wir uns nun auf Entdeckungsreise in Costa Rica machen werden wir es uns hier einige  Tage gut gehen lassen. Wie es weitergeht erfahrt ihr dann wieder im nächsten Blog. Hasta Luego.  

Und hier noch ein paar Schnappschüsse

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Kommentare: 5
  • #1

    Karin und Heiner (Montag, 23 November 2015 02:23)

    Wir können im Moment gut nachvollziehen, wie ihr in der feuchten Hitze "dampft" ;)
    Viel Spaß in Costa Rica ! Wir sind schon gespannt, wie es dort wird.
    LG aus Vietnam

  • #2

    michael und eva (Montag, 23 November 2015 12:26)

    Hallo ihr Beiden! Wunderbare Fotos ,wir sind schon verwöhnt von euch! Hier fiel der erste Schnee!
    Herzliche Grüße aus Grafing

  • #3

    Jürgen (Montag, 23 November 2015 14:49)


    Der einundvierzigste:

    Wie weit ist's denn jetzt noch von Panama
    bis hoch an die Grenze nach Kanada?
    Noch bis San Diego
    heisst's: hasta luego!
    Dann schwätze mer wieder mal Englisch, klar?

    PP

  • #4

    Sabine&Andy (Sonntag, 29 November 2015 16:10)

    Ihr lieben, die Erleichterung endlich wieder 'on the road' zu sein ist gut spürbar und für uns sehr gut nachvollziehbar:) Wir hoffen ihr könnt der Regenzeit entwischen und wünschen euch eine super Zeit im Tierparadies Costa Rica.
    Alles Liebe aus Lima,
    Sabine&Andy

  • #5

    Margit (Montag, 30 November 2015 12:27)

    Hallo ihr Zwei.
    Schön wieder von euch zu hören.
    Lässt es euch weiterhin gut gehen und genießt die anti freie Adventszeit.
    Liebe Grüße Margit und Manni

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