Mexiko (9) – Nördliche Pazifikküste

Unser Weg führt uns von Guadalajara nach Puerto Vallarta an der Pazifikküste. Wir wollten es ja mal wieder so richtig warm haben, aber so nun auch wieder nicht. Tagsüber gute 35 Grad und nachts knapp unter 30 bei einer Luftfeuchte von über 70%. 

Erschwerend kommt hinzu, dass die Klimaanlage nur noch lauwarme Luft bläst. Bis wir jemand gefunden haben der die repariert dürfen wir 2 Tage im wahrsten Sinne des Wortes im eigenen Saft schmoren. Der Energielevel tendiert zwar eher gegen Null, aber die Feierlichkeiten zum Tag des Todes wollen wir uns dann doch nicht entgehen lassen.

Am „Dia de los Muertos“ versinken die Mexikaner nicht in tiefer Trauer. Im Gegenteil. Am 1. und 2. November wird gemeinsam mit den Seelen der Verstorbenen gefeiert. Seit dem neuen James Bond Film „Spectre“, bei dem ein Umzug in Mexiko-Stadt nachgestellt,wurde, ist die Veranstaltung nun auch weltberühmt.  Die Friedhöfe erwachen zum Leben und die Familien säubern und schmücken die Gräber um mit ihren Toten Zwiesprache zu halten. Die Nacht wird auf dem Friedhof verbracht und auf den Gräbern sitzend wird ein großes Picknick veranstaltet. Viele finden Trost darin damit ihren verstorbenen Angehörigen an diesem Tag irgendwie näher zu sein. Auf dem öffentlichen Plätzen werden Altäre aufgebaut und an Marktständen gibt es Totenschädel aus Zucker und Spielzeug-Skelette. Wer mehr dazu wissen will, hier ist ein guter Link dazu: Dia de Los Muertos

Nach ein paar Tagen geht es weiter nach Sayulita auf einen RV Park direkt am Meer. Die Temperaturen sind hier auch nicht besser, aber immerhin geht die Klimaanlage und das Meer ist direkt vor der Haustür. Der kleine Ort ist fest in amerikanischer und kanadischer Hand. Fast alle Plätze auf dem Campingplatz sind ganzjährig vermietet und wir haben Glück, dass wir noch eine Lücke für MOMO finden. Das 1ha große Grundstück wurde in den 80ern für gerade mal $80Tsd erstanden und ist heute locker $10Mill wert. Kein schlechter Deal. Die Preise sind dementsprechend wie zu Hause und mit Mexiko hat das alles nicht mehr viel zu tun. Wir genießen ein wenig das Beach Leben, aber so richtig gefällt es uns nicht. Das hatten wir schon um einiges besser und deutlich günstiger weiter im Süden. Also fahren wir nach ein paar Tagen ein paar Kilometer weiter bis nach Lo de Marcos. Dort geht es wesentlich ruhiger zu und es gefällt uns um einiges besser. Die Tage verbringen wir mit Nichtstun und der Frage, wie lange kann man in einer Hängematte rumhängen und aufs Meer gucken, ohne dass einem langweilig wird. Karins Geburtstag feiern wir ganz entspannt in einer einfachen Strandkneipe mit einem Margarita in der Hand und den Füssen im Sand. Am 20. November ist Tag der Revolution der in dem kleinen Ort groß gefeiert wird. Alles wird festlich geschmückt und rund um die Plaza findet ein kleiner Umzug in historischen Kostümen statt. Auch am Strand ist einiges los. Die Meeresschildkröten legen dort ihre Eier ab und werden dann von Helfern in Aufzuchtstationen bewacht bis 45 Tage später die Kleinen schlüpfen. Alle paar Tage werden die Winzlinge dann dem Meer übergeben.  Was für ein tolles Erlebnis die jungen Tiere in der Hand zu halten und dann loslaufen zu sehen. Leider überlebt mal gerade eins von Hundert.  Ansonsten gehen die Tage dahin und wir haben eine schöne Zeit mit Brad & Leona aus Calgary die für sechs Monate mit dem Auto bis nach Costa Rica fahren wollen und mit Maria & Larry aus Vancouver die sich hier ein Haus gekauft haben und den kanadischen Winter aussitzen. 

Nach gut zwei Wochen entschließen wir uns weiter zu fahren und haben uns bereits die Etappen bis zur Grenze nach USA abgesteckt. Aber wir kommen nicht weit. 40 km weiter nördlich wollen wir eigentlich nur einen kleinen Abstecher an den Strand von Chacala machen, finden dort aber "unser" Paradies. Die Planung für den Weg nach USA wird kurzerhand angepasst und wir machen es uns unter Palmen gemütlich. Kein RV Park, keine Infrastruktur, abends nur wir und die Sterne, was will man mehr. Mittlerweile sind auch die Temperaturen in einen angenehmen Bereich gesunken und wir können ohne Klimaanlage schlafen. Der Strand ist wunderschön und nur am Wochenende ist die Hölle los, wenn Heerscharen von Mexikanern mit großen Reisebussen ankommen und die Bucht bevölkern. Montags ist der Spuk dann wieder vorbei, der Müll wird weggeräumt und wir haben Strand und diverse Beachbars wieder fast für uns alleine. So gibt es viele schöne Bilder, aber außer einem warmen Meer zum Schwimmen, diversen Sonnenuntergängen, Strandspaziergängen, tollem Sternenhimmel und gutem Margarita in einer der diversen Strandbars nicht viel mehr zu berichten. Bis auf die frisch geschlüpften Schildkröten denen wir wie schon in Lo de Marcos bei ihrem ersten Gang ins Wasser helfen durften.

Irgendwann werden wir dann weiterfahren nach USA. Spätestens an Weihnachten wollen wir ja in Tucson sein und dort mit Freunden aus Grafing gemeinsam ein paar schöne Tage verbringen. Wir werden auf jeden Fall weiter berichten. Bis dann. Hasta Luego. 

Und hier noch einige Schnappschüsse

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Kommentare: 3
  • #1

    Jürgen (Donnerstag, 01 Dezember 2016 09:07)


    Der sechsundfünfzigste:

    Ich möchte mal wieder der erste sein,
    sonst meint ihr noch: Dem fällt wohl nix mehr ein!
    Mir ist alles schnuppe:
    Bei Schildkrötensuppe
    kann schöner das Leben am Strand nicht sein!

    PP

  • #2

    Rianna (Donnerstag, 15 Dezember 2016 23:02)

    Grad erst auf euren Blog gestossen. Da hab ich jetzt erst mal Lesestoff. Freu. Unbegrenzte Reisezeit. Ein Traum. Werd jetzt gleich mal auf Anfang klicken und wünsch euch noch eine tolle Weiterreise und schöne Weihnachten! Liebe Grüße aus Österreich

  • #3

    Margit (Mittwoch, 28 Dezember 2016)

    Hatte wieder viel Freude, ein Stück
    mit euch gereist zu sein.
    Grüße Margit

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