USA – Georgia, North & South Carolina, Tennessee

Von Florida kommend überqueren wir bald die Staatsgrenze nach Georgia. Unser Ziel ist Savannah wo wir ein paar Tage bleiben wollen. Die Straße bis dorthin bietet nicht viel. Außer Sumpfland und ein paar Privatinseln von Superreichen gibt es nicht viel zu entdecken. 

Georgia war einer der elf Konföderierten Staaten die sich 1861 von den Vereinigten Staaten losgesagt hatten. Nach wie vor wird hier die Todesstrafe verhängt und vollstreckt, wie im Übrigen in vielen anderen Staaten auch. Auf der Rangliste steht Georgia mit 60 Hinrichtungen in den letzten 40 Jahren auf Platz 6. Trauriger Spitzenreiter ist Texas mit 531, aber auch der Sunshine State Florida kommt mit 92 Hinrichtungen auf Platz 4. 

Vor dem Stadtbesuch gehen wir noch auf einen Campground etwas außerhalb von Savannah und lernen dort auch gleich ein paar neue Verbotsschilder kennen. Dazu muss man wissen, dass in USA alles und jedes genauestens geregelt ist. Das gilt insbesondere für Campingplätze wo die Liste auf dem Prospekt jeweils mindestens eine, wenn nicht gar zwei Seiten einnimmt. Alkohol trinken ist ja sowieso streng verboten. Hier wird zusätzlich nochmal ausdrücklich beschrieben, dass nur im Fahrzeug oder Zelt quasi heimlich getrunken werden darf. Neu war, dass Geocaching verboten war. Später auf der Reise wurde das noch getoppt durch ein Bellverbot für Hunde. Asterix würde dazu sagen, die spinnen die Römer…..

Savannah überrascht uns als sehr schöne Stadt mit viel Flair und alten Südstaatenhäusern. Wir können uns für wenig Geld auf einen Parkplatz mitten in der Stadt stellen von wo wir alle Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß erreichen können. Wir nehmen uns zwei Tage Zeit und bummeln ausgiebig durch die schönen Straßen und Parks. Ein Eis im berühmten Cafe Leopold darf natürlich auch nicht fehlen. Dafür muss man aber erstmal eine gute halbe Stunde Schlange stehen, bevor man für schlappe $4 eine Kugel Eis essen darf die allerdings sehr lecker schmeckt. Und dann war da auch noch unser vierter Jahrestag „on the road“ den wir am 24.3. in einer netten Kneipe in Savannah feiern.

Weiter geht es an der Atlantikküste hoch bis nach Charleston in South-Carolina. Die Stadt wurde 1671 gegründet und nach dem englischen König Karl II benannt (Charles Town) und war Drehscheibe des Sklavenhandels. Tausende kamen hier per Schiff an und wurden öffentlich versteigert, ohne Rücksicht auf Familien Zugehörigkeit. Auch hier sehen wir schöne alte Südstaatenhäuser, aber langsam ist unsere Aufnahmekapazität diesbezüglich erschöpft und wir sehnen uns mal wieder nach etwas Einsamkeit. South Carolina war im 19ten Jahrhundert einer der größten Lieferanten von Reis in der westlichen Welt und wir schauen uns auf dem Weg aus der Stadt noch die Magnolia Plantage an. Eine traumhafte Anlage in einem riesigen Areal. 

Den bekannten Badeort Myrtle Beach, auch Mallorca der USA genannt, schenken wir uns und biegen gleich ab ins Landesinnere. Mit viel Fahrerei und einigen Stopps im National Forest und in State Parks geht es über Augusta bis nach Atlanta. Dort schauen wir uns eines der größten Aquarien weltweit an. Mit 31.000 Kubikmeter Salz -und Süßwasserbecken und mehr als 100.000 Tieren ist es wirklich ein gigantisches Gebilde. Hauptattraktion sind vier Walhaie, drei Belugawale und zwei Mantarochen.

Danach machen wir eine relativ uninteressante Tour bei CNN und besuchen die World of Coca Cola. Ist schon erstaunlich, dass man für eine reine Werbeveranstaltung auch noch kräftig Eintritt bezahlen darf. Gleich nebenan ist das National Center for Civil and Human Rights. Im Gegensatz zum Aquarium, oder der World of Coca Cola ist hier keine lange Schlange am Eingang, aber die Ausstellung ist wirklich sehr beeindruckend. Mit vielen Bild und Ton Dokumentationen wird hier der Kampf um Menschenrechte vom 17. Jahrhundert bis hin zur Neuzeit dargestellt. Insbesondere dem Thema Rassentrennung Mitte des 20. Jahrhunderts wird sehr viel Raum gewidmet. Da liest man dann unter anderem den folgenden Spruch eines US Senators von 1941: Rassentrennung ist keine Diskriminierung. Es ist das Gesetz der Natur, es ist das Gesetz Gottes. Anschließend bummeln wir noch etwas durch den Olympiapark wo unter anderem ein Springbrunnen aus den 5 olympischen Ringen gestaltet wurde, bevor wir unseren Besuch von Atlanta beenden. 

Weiter geht es in den Norden von Georgia zu den Blue Ridge Mountains. Dazu müssen wir als Begleitmusik natürlich den Song von John Denver auflegen, Take me Home Country Rose. Die Gegend zählt zu den am meisten besuchten in ganz USA, ist aber für uns, die wir aus Süddeutschland kommen und Oberbayern, den Schwarzwald und die Alpen kennen, kein großes Highlight. Will sagen, es sieht aus wie daheim. Wir steuern den State Park Amicalola Falls an wo an einem normalen Sonntag mehr Betrieb ist, als bei schönem Wetter am Wendelstein. Und natürlich ist der "Campground full", was sonst. Also bleibt nur ein Platz unterwegs wo wir unter vielen alten Veteranen, die hier aus Kostengründen dauerhaft im Wohnwagen leben, für ein paar Tage eine nette Bleibe finden. Danach besuchen wir in Hendersonville Brenton & Shannon die wir 2013 in Chile getroffen haben und die nun hier mit ihrer 2-jährigen Tochter Emmeline leben. Wir verbringen einen netten Abend gemeinsam mit der Familie von Shannon auf deren Farm mitten in den Bergen. 

In Ashville machen wir einen kurzen Stadtbummel inmitten von hunderten Touristen und stellen uns dann für die Nacht auf den Parkplatz vom Casino Harrahs im Cherokee Indianer Reservart. Es ist Samstagabend und im Casino ist jeder Platz besetzt. Wir schätzen mal locker mindestens 2000 Besucher die hier alle fröhlich ihre Dollars im Automat, beim Blackjack, Roulette, oder am Pokertisch versenken.

Ganz in der Nähe ist das Cherokee Indianermuseum das über die Kultur der Indianer und den „Trail of Tears“ informiert. Dabei wurden in der ersten Hälfte des 19ten Jahrhunderts über 14.000 Indianer nach Oklahoma deportiert. Während dem Marsch starben über 4000 Menschen an Schwäche und Krankheiten während zur gleichen Zeit ihr Stammesland an weiße Siedler per Lotterie verhökert wurde. Ein sehr dunkles Kapitel der Geschichte.

Dann geht es weiter in den Smoky Mountain National Park wo sich im Sommer tagtäglich eine endlose Autoschlange durchschiebt. Auf dem Smokemont Campground vertreiben wir uns die Zeit mit einigen Wanderungen in der Umgebung bevor wir über die Berge bis nach Nashville fahren. 

Nashville ist die Wiege der Countrymusik und eine pulsierende Stadt in der die Musik überall präsent ist. In Downtown sind Dutzende von Kneipen in denen fast rund um die Uhr Live Musik gespielt wird, und eine Band ist besser als die andere. Fast überall ist der Eintritt frei und so kann man ganz entspannt von einer Bar zur anderen ziehen. Das Spektakel geht bereits morgens gegen 10 los und dann non-stop bis nachts um zwei, und das jeden Tag. An einem Abend haben wir uns Karten für das Ryman Auditorium gesichert, das als Wiege der Country Musik gilt. Doch leider war das mehr als enttäuschend. Was als Country Classics angekündigt wurde war letztendlich eine 2-stündige Live Radiosendung in der wir am Ende netto max. 60 Minuten Musik gehört haben, wobei davon auch noch 30 Minuten nicht gerade unseren Geschmack getroffen haben. Als Höhepunkt kam dann auch noch zweimal ein 5-minütiger Werbeblock für Supermarktprodukte der vom Moderator verlesen wurde. Da fanden wir hinterher den Zug durch die diversen Kneipen doch dreimal besser. Wobei wir jedes Mal vom Türsteher nach dem Ausweis gefragt wurden. Wir wissen nur noch nicht so richtig ob wir uns dadurch geschmeichelt fühlen können, denn andererseits wurden wir noch nie nach dem Ausweis gefragt, wenn wir bei diversen Eintritten den Seniorenrabatt eingefordert haben. 

Um unsere Konzertreise zu komplettieren geht es weiter nach Memphis. Wir übernachten auf dem Graceland RV Park, gleich neben dem früheren Anwesen von Elvis das zu einem gigantischen Touristenziel ausgebaut wurde. Mit Hilfe einer sehr gut gemachten Audiotour wird man durch das Haus und Anwesen geführt. Anschließend geht es noch in eine Art Museum wo Elvis’ Autosammlung sowie seine diversen Klamotten, goldenen Schallplatten etc. ausgestellt sind. Abends fahren wir mit dem Shuttle Bus nach Downtown in die Beale Street, der Ausgehmeile von Memphis. Ähnlich wie in Nashville wird auch hier viel Live Musik geboten, aber sehr oft wird Eintritt verlangt und die generelle Atmosphäre ist komplett anders. Spätabends möchten wie hier nicht unterwegs sein. 

Nun reicht es mit Stadtbesichtigungen für die nächste Zeit und wir machen uns nun auf den Weg nach Westen. Was wir dort erleben berichten wir euch dann wieder im nächsten Blog. Bis dahin viel Spaß beim Lesen und Bilder anschauen. 

Und hier noch einige Schnappschüsse

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Kommentare: 3
  • #1

    Marion Kabbe (Freitag, 28 April 2017 21:33)

    Danke für eure tollen Bilder und Berichte �

  • #2

    Bernhard (Donnerstag, 04 Mai 2017 17:33)

    Hallo Karin und Manfred,
    für euch Einsiedler sind natürlich diese vielen Städtebesichtigungen Neuland ;-) -- dann macht euch halt mal nach Westen auf.
    Aber sehr interessant sind eure Schilderungen trotzdem: ich habe mir erlaubt, eure Empfehlung des National Center for Civil and Human Rights in Atlanta auf unserer Website zu duplizieren
    https://www.womo-abenteuer.de/comment/189343#comment-189343
    Ich hoffe, ihr seid damit einverstanden.
    Weiter alles Gute
    Bernhard

  • #3

    Jürgen (Samstag, 06 Mai 2017 08:53)


    Der dreiundsechzigste:

    Fin'sch nicht zum Museum von Johnny Cash,
    dann guckste in Nashville dumm us de Wäsch'!
    In Memphis stets Elvis,
    auch wenn's schon längst zwölf is,
    und Musik gibt's mehr, als de Lust druff häsch!!

    PP

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