Slowenien, Kroatien & Montenegro

Eigentlich sollte unser Fahrzeug zu dieser Zeit ja per Frachter auf dem Weg nach Südafrika sein. Leider mussten wir diesen Plan ein paar Monate nach hinten verschieben. Das Corona Thema hätten wir ja noch managen können, nicht aber die Unruhen und Plünderungen die eher an ein Land in Anarchie erinnern und nicht an ein entspanntes Reiseland. Also warten wir die weitere Entwicklung ab und machen uns erstmal auf den Weg Richtung Griechenland.

Am Montag, den 2. August sind MOMO und wir startklar und zügig geht es durch den Tauerntunnel mit einem ersten Stopp am Faaker See in Kärnten. In Bled in Slowenien machen wir ein paar Tage Pause auf einem netten Campingplatz am Fluss und vertreiben uns die Zeit mit Wandern und Radfahren bei Temperaturen um 20 Grad und immer wieder Regen, Regen, Regen. 

Also geht es weiter nach Kroatien auf die Insel Krk. Hier finden wir in dem kleinen Ort Silo einen netten Campingplatz mit Premier Lage am Meer. Dort lernen wir auch Martina und Hans-Peter kennen die mit ihrem Iveco eine ähnliche Route haben wie wir. Wir verbringen einen netten Abend miteinander und werden uns in Zukunft sicher noch ein paar Mal über den Weg fahren. Wir machen lange Strandspaziergänge und Manfreds runden Geburtstag feiern wir in einem netten Restaurant im Ort. 

Um der extremen Hitze zu entfliehen fahren wir nach einer Woche Strandurlaub in die Berge zu den Plitvicer Seen. Der älteste Nationalpark Südosteuropas ist durch seine kaskadenförmig angeordneten Seen bekannt und wer in den 60ern mit Winnetou und Old Shatterhand groß geworden ist weiß sicher auch, dass einige Szenen der Filme hier gedreht wurden. Morgens um acht stehen wir am Eingang und können einige Stunden den Park ohne Massenandrang genießen bevor die großen Reisebusse eintreffen. Nach gut 18km Fußmarsch rund um die vielen Seen sind wir am Nachmittag wieder am Zeltplatz und kühlen unsere Füße. 

Für die Adria Region ist in den nächsten Tagen extreme Hitze angesagt. Daher bleiben wir ein paar Tage in den Bergen und finden einen schönen Stellplatz an einem Fluss. Nachts kühlt es ab auf sehr angenehme 14 Grad und tagsüber schaukeln wir in der Hängematte unter Bäumen nur unterbrochen von ein paar Schwimmeinheiten im Fluss. Zu viel mehr können wir uns bei gut 35 Grad nicht aufraffen.

Unser nächster Stopp sind die Krka Wasserfälle wo wir uns am Nachmittag auf einen Campground in der Nähe vom Eingang stellen. Der Fluss hat, neben vielen kleinen, acht große Wasserfälle und die wollen wir uns natürlich anschauen. Morgens um 8 sind wir fast die ersten in der Schlange und machen uns auf den 2,5km Rundweg der sehr schön mit Stegen angelegt. Nach knapp 1,5td sind wir wieder am Auto. Mittlerweile ist der Parkplatz gut gefüllt mit Reisebussen und wir sind froh, dass wir so früh dran waren. 

Nun geht es wieder runter ans Meer nach Trogir. Nicht weit von der Stadt ist ein netter Campingplatz und ein Wassertaxi bringt uns ganz bequem in den Ort. Die gesamte Altstadt zählt seit 1997 zum Unesco-Welterbe und lässt sich ganz bequem in wenigen Stunden erkunden. 

Da Split nur knapp 20km entfernt ist nehmen wir am nächsten Morgen ein Wassertaxi und schauen uns einige Stunden die Stadt an. Die Altstadt von Split ist ebenfalls Unesco-Welterbe und wird dominiert von dem um 300 erbauten Diokletianpalast aus dem sich die Stadt entwickelt hat. 

Auf der schönen Küstenstraße geht es immer weiter nach Süden, sehr oft in Schrittgeschwindigkeit. An den Bacina Seen, irgendwo zwischen Makarska und Dubrovnik, bleiben wir zwei Tage auf einem Campingplatz, weil es uns dort so gut gefällt. Hier gibt es keine Menschenmassen und überfüllte Strände. Laute Bars und Restaurants sucht man hier vergeblich. Zu Besuch kommen lediglich sechs Hasen die rund um unser Wohnmobil das Gras abfressen. Wer nach dem Trubel an der Küste auf der Suche nach Ruhe ist, der ist hier richtig. Diese Lokation kann man getrost unter der Kategorie „traumhaftes Kroatien“ einordnen.

Die kurze Fahrt durch Bosnien, die sich hier wohl bei der Aufteilung von Alt-Jugoslawien ein Stück Meerzugang gesichert haben, nutzen wir um den Diesel Tank voll zu machen, mit 1,10 Euro der günstigste Preis auf der Strecke nach Süden. 

Als letzter Stopp in Kroatien steht Dubrovnik auf dem Programm. Auch hier campen wir etwas außerhalb und fahren mit dem Wassertaxi in die Stadt. Dubrovnik gilt, wie wir finden zu Recht, als eine der schönsten Städte des Mittelmeerraumes. Die Stadtmauern sind 1940 Meter lang, sowie zwischen drei und sechs Meter breit und komplett begehbar. Sie sind das besterhaltene Befestigungssystem in Europa und umfassen einen perfekt erhaltenen Komplex öffentlicher und privater, sakraler und säkularer Bauwerke aus allen Perioden der Stadtgeschichte, beginnend mit seiner Gründung im 7. Jahrhundert. Auf der Prachtstraße und den davon abzweigenden engen Gassen fühlt man sich zurückversetzt ins Mittelalter. Verschiedene Szenen der Fantasy Serie Game of Thrones wurden hier gedreht, was in den letzten Jahren zu einem signifikanten Anstieg des Tourismus geführt hat. Zum Glück hat aber der Kreuzfahrttourismus nach Corona noch nicht wieder an Fahrt aufgenommen und es ist relativ wenig los.  

Wir verlassen Kroatien und fahren in die Berge nach Montenegro. In der Ferne sehen wir einige große Waldbrände und die Luft ist oft nicht klar und zum Teil auch rauchgeschwängert. Ab und zu bringt der Wind sogar Ascheflocken mit. Montenegro ist mit knapp 14.000 Quadratkilometern einer der kleineren Staaten in Europa, also etwas kleiner als Schleswig-Holstein und seit Juni 2006 unabhängig. In der Nähe von Niksic gibt es ein nettes Restaurant am Fluss mit der Möglichkeit auf der Wiese zu campen. In Montenegro bezahlt man in Euro und alle Speisen und Getränke sind im unteren einstelligen Bereich. Nach der Hochsaison Preistreiberei in Kroatien ist das mal eine angenehme Abwechslung. 

Von dort geht es weiter bis auf 1400m in den Durmitor NP. Über 50 Erhebungen übersteigen hier die 2000m Marke und im Winter ist reger Schibetrieb. Da gibt es dann die Tageskarte noch für 10 Euro und die Wochenkarte für 45 Euro. Wir machen eine schöne Wanderung rund um den Crno Jezero See, dem größten Gletschersee im Park. Am Nachmittag stellen wir uns an einen anderen kleinen See in der Nähe und gönnen uns nach der schweißtreibenden Wanderung erstmal ein erfrischendes Bad. Für die Hängematte ist mangels Bäume leider kein Platz, aber auch ohne lässt es sich hier ganz gut relaxen. 

Eine weitere Attraktion des Durmitor Nationalparks ist die Tara Schlucht, eine der längsten und tiefsten Canyons Europas. Sie hat eine Länge von 78 Kilometern und eine Tiefe von stellenweise über 1300 Metern und gehört damit zu den größten der Welt. Wir folgen der Straße, die an der Schlucht entlangführt, und machen einige Fotostopps. Die Hauptattraktion sind Rafting Touren und in der Hochsaison drängeln sich die Schlauchboote auf dem Fluss. Die Cracks fahren im April/Mai, wenn der Wasserstand hoch und die Fahrt, die normalerweise 2,5Std dauert, in 30min zu Ende ist. 

Montenegro ist ein Land in dem man sich auch gerne länger aufhalten kann. Soviel unberührte und fast menschenleere Natur in einer ähnlichen Umgebung wie den Alpen findet man in Europa nicht mehr so leicht. Hinzu kommt ein unschlagbares Preis- Leistungsverhältnis und der individuale Camper findet überall malerische Übernachtungsplätze fernab von der Zivilisation. Da unser eigentliches Ziel aber Griechenland ist und wir ja auch irgendwie mal weiterkommen müssen ist unser Aufenthalt nur kurz und wir verlassen das Land in Richtung Albanien. Was wir dort erleben erfahrt ihr dann wie immer im nächsten Blog. Bis dahin viel Vergnügen beim Lesen und Bilder anschauen. 

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Kommentare: 4
  • #1

    Herr Mozart (Donnerstag, 26 August 2021 07:37)

    Schön habt ihrs bis jetzt gehabt. Ab nächster Woche wandeln wir auf euren Spuren - bin schon neugierig wo wir uns treffen werden. Lg Michi u Günter

  • #2

    Ruth und Fredy (Donnerstag, 26 August 2021 08:14)

    Wir folgen euch und sind gerade in der Schweiz gestartet. Zuerst musste unser Benzli auf Vorderrad gebracht werden, nach dem er im Juni von Südamerika zurück gebracht wurde.
    Schöne Zeit und danke für den spannenden Reisebericht. Wir schreiben auf der App Polarsteps.

  • #3

    Maria und Ernst (Donnerstag, 26 August 2021 13:31)

    Hallo
    Auf den Bericht über Albanien freue ich mich jetzt schon. Wir waren 2018 und 2019 jeweils 3 Wochen in Albanien. Ohne COVID-19 wären wir dieses Jahr wieder dort.
    Das Fernweh packt einen bei euren tollen Fotos

  • #4

    Margit (Freitag, 27 August 2021 11:39)

    Hallo Ihr Zwei,
    schön, dass ihr wieder unterwegs sein Könnt. Es waren wieder schöne Eindrücke und Fotos.
    Weiterhin eine gute Weiterfahrt.
    Grüße Margit und Manni vom Bodensee