Namibia Teil 4 - Etosha und Caprivi

Wir freuen uns auf den Etosha Nationalpark, der ob seiner Tierwelt hochgelobt wird. Wir nehmen den Eingang durch das Nordgate und fahren gut drei Stunden über staubige Pisten mit vielen Springböcken, Gnus, Zebras, Elefanten und Giraffen. Die Raubkatzen halten sich leider noch versteckt, zumindest für uns. Am Nachmittag fahren wir unseren Campground in Namatoni an. Am Eingang erleben wir dann eine außergewöhnliche Überraschung. Jörg und Dirk aus Stuttgart kommen uns entgegen. Mit den Beiden haben wir 2014 auf der Osterinsel ein paar sehr schöne Tage verbracht. Wir sind völlig sprachlos angesichts dieses unglaublichen Zufalls. Den Abend verbringen wir zusammen im Restaurant und haben uns viel zu erzählen. 

Aufenthalte in Nationalparks sind immer stressig, schließlich will man ja was sehen und erleben.  Schon vor sieben Uhr klingelt der Wecker und wenn kurz nach Sonnenaufgang das Tor aufmacht geht es los zur Pirschfahrt. Die Tiere versammeln sich in großer Zahl an den diversen Wasserlöchern und unterwegs sehen wir in ziemlicher Entfernung drei Geparden die sich unter einem Baum ausruhen. Nach einer langen Mittagspause geht es dann gegen vier Uhr nochmal zu einem Wasserloch in der Nähe an dem sich zum Sonnenuntergang immer viele Tiere aufhalten. Und in der Tat ist dort die Hölle los. Elefanten, Giraffen, Zebras und Springböcke streiten sich um die Hierarchie am Wasserloch. Eine sehr kurzweilige Unterhaltung für gut zwei Stunden.

Heute Abend haben wir Jörg und Dirk in die 5 Sterne Küche von Momo eingeladen. Karin hat sich mal wieder selbst übertroffen und serviert Quiche Loraine und Salat zur Hauptspeise und Bananenkuchen zum Nachtisch. Dazu gibt es Aperol Spritz und danach zwei gute Flaschen Rotwein aus dem Weinkeller von Jörg und Dirk. Ein sehr schöner Abend den wir erst kurz vor Mitternacht, als die Zungen schon etwas schwerer werden, beenden.

Am Morgen verabschieden wir uns von Jörg und Dirk mit einem ausgedehnten Fotoshooting. Nun hoffen wir, dass es nicht nochmal 9 Jahre dauert bis wir uns mal wieder über den Weg laufen.

Wir verlassen Namutoni und fahren zum Halali Campground. Unterwegs ist die Ausbeute eher enttäuschend. Außer großen Herden von Gnus, Zebras, Giraffen und zwei einsamen Geiern sehen wir nicht viel. Am frühen Nachmittag kommen wir im Camp an und haben für heute genug. Im Camp ist ein Wasserloch und dort sehen wir abends dann doch noch 4 Rhinos mit Baby. 

Um sieben geht es wieder los zum Game Drive. Das Highlight waren vier Löwen die sich im hohen Gras gelangweilt haben. Sonst gab es wenig zu sehen und so waren wir am frühen Nachmittag wieder am Platz. Am Wasserloch kam ein Rhino heute schon vor Sonnenuntergang. Sicher aus Rücksicht auf die vielen wartenden Touristen, damit die Bilder etwas besser werden. 

Wir trennen uns erstmal von Susa & Pit und fahren Richtung Osten. An einem Aussichtspunkt können wir nochmal die unendliche Ausdehnung der Etosha Salzpfanne bestaunen. Wir sehen wieder Elefanten und Giraffen und ein Rhino. Aber etwas später erleben wir dann doch noch das Highlight schlechthin. An einem Wasserloch hatten die Löwen nachts ein Zebra erlegt und schon ziemlich viel davon gefressen. Nur eine Löwin haben wir noch angetroffen die versuchte ein gutes Viertel von dem Kadaver wegzuschleppen. Wir vermuten mal sie hatte ihre Jungen in der Nähe und wollte ihnen was Gutes tun. Eine gute Stunde konnten wir aus nächster Nähe beobachten wie sie versuchte das gut 40 Kilo schwere Teil über Stock und Stein zu schleppen. Immer wieder musste sie von der Anstrengung pausieren bis sie wieder bei Kräften war. Ein Schakal kam dann auch noch vorbei und versuchte ein Stück zu ergattern. Dieses Schauspiel und sonstige Tiererlebnisse haben wie in einem Etosha Video festgehalten den ihr in der Videoabteilung findet.

Wir verlassen den Park und fahren zum Tamboti Campground gleich hinter dem Parkausgang. Eine sehr schöne Anlage mit einem Restaurant am Wasserloch. Wir relaxen am Pool und der Staub und Dreck der letzten Tage ist bald verflogen. Heute ist der 24. Mai und vor genau 10 Jahren sind wir 2013 in Montevideo vom Schiff gefahren und haben unsere Weltreise begonnen. Auf jeden Fall Grund genug das Ganze am Abend mit einem leckeren Essen und einer guten Flasche Wein zu feiern. 

Nach zwei relaxten Tagen geht es weiter nach Tsumeb. In einer Service Werkstatt lassen wir das Fahrgestell abschmieren und MOMO bekommt eine Wäsche. Dann gehen wir für ein paar Tage auf den Kupferquelle Campground mit einem 50m Schwimmbecken und guter Infrastruktur und WiFi. Die Wäsche muss mal wieder gewaschen werden und das Fahrzeug braucht dringend eine Innen Grundreinigung. 

Gut ausgeruht fahren wir nach drei Tagen weiter zu einem Weingut in der Nähe von Otavi. Der Campground liegt malerisch mit Blick auf die Weinreben. Abends machen wir eine ausgiebige Weinprobe und dazu gibt es eine sehr schön angerichtete Snackplatte. Wir bleiben noch eine weitere Nacht und am Nachmittag kommen Susa & Pit vorbei mit denen wir am Abend noch einen Schlummertrunk von dem köstlichen Wein des Weinguts zu uns nehmen.

Auf dem Weg nach Norden machen wir einen kleinen Abstecher zum Hoba Meteoriten. Der ist hier vor 80.000 Jahren vom Himmel gefallen und das muss ganz schön gerumst haben. Da liegen nun 60 Tonnen massives Eisen mitten im Gelände und um einen Blick darauf werfen zu können ist ein sehr fürstliches Eintrittsgeld für Ausländer fällig. Einheimische zahlen mal gerade ein Zehntel.Der Rundgang mit Guide dauert eine Viertelstunde und das war’s dann auch schon. 

In Roys Restcamp machen wir noch einen Übernachtungsstopp und treffen dort Martina & Ralph die mit einem Unimog unterwegs sind. Dann geht’s bis nach Rundu zum Kawango Fluss. Dort reiht sich eine Lodge an die andere und man hat die Qual der Wahl. Wir entscheiden uns erstmal für Hakusembe, eine Lodge der Gondwana Gruppe. Dort verbringen wir zwei entspannte Tage am Fluss und am Pool. Unser Platz ist riesig und wir haben einen eigenen Schwimm Ponton von dem wir abends den Sonnenuntergang bei einem kühlen Drink genießen können, gemixt von den Gin Tonic Spezialisten Martina & Ralf. 

Nun geht es immer weiter im Caprivi Streifen am Kavango River entlang. In der Ndurokoro Lodge haben wir einen Platz direkt am Wasser. Das Feuerholz ist gratis und so machen wir jeden Abend ein großes Lagerfeuer und probieren aus was man in unserem neuen Emaille beschichteten Feuertopf alles machen kann. Der Gemüseeintopf mit Rinderfilet ist auf jeden Fall sensationell und sogar eine Pizza gelingt ohne Probleme. 

Nach ein paar Tagen geht es ein paar Kilometer weiter bis zur Mobola Lodge. Auf einer Insel, die über eine Hängebrücke zu erreichen ist, haben die deutschen Besitzer eine Sundowner Bar vom Feinsten hingebaut. Da führt abends zum Sonnenuntergang kein Weg dran vorbei. Bei einem frischgezapften Fassbier kann man dort die Flusspferde beobachten und den Tag gemütlich ausklingen lassen.

So vergehen die Tage mit viel Nichtstun und einem ständigen Wechsel zwischen Liegestuhl, Hängematte und Swimmingpool und als Highlight gibt es jeden Tag pünktlich um dieselbe Zeit einen spektakulären Sonnenuntergang.

Unser nächster Stopp ist die Nundu Lodge nicht weit von den Popa Falls. Die Falls selbst sind wenig spektakulär und eigentlich nichts weiter als ein paar Stromschnellen. Zum Sundowner machen wir eine Bootstour begleitet von vielen Flusspferden und Krokodilen. Zum Abschluss geht’s bis zu den Falls wo auf einer Sandbank Snacks und Drinks zum Sonnenuntergang serviert werden.

Neben den vielen Lodges, die eigentlich für uns mittlerweile alle mehr oder weniger gleich aussehen, müssen wir den einfachen, aber sehr liebevoll gestalteten Community Campground Kapako hervorheben. Hier geht das Übernachtungsgeld direkt an die Menschen im nahegelegenen Dorf. Man steht ebenfalls direkt am Fluss, aber das Feeling ist wie freistehen inklusive einem gigantischen Sternenhimmel und das alles ohne Fremdlicht.

Bei unserem letzten Stopp in Namibia machen wir nochmal eine schöne Sundowner Bootsfahrt am Rand vom Chobe Nationalpark. Für gut zwei Stunden fahren wir durch das Flussdelta und sehen viele Krokodile, Giraffen, eine Affenhorde, einen einsamen Elefantenbullen und eine große Büffelherde. Interessanterweise ein komplett anderes Erlebnis als die Bootstour am Tag davor, denn der Chobe Nationalpark und das Flussdelta sind schon was ganz Besonderes.

Wir überqueren die Grenze nach Botswana und als wir in Kasane ankommen schließt sich unser Kreis, denn hier waren wir im September 2022 schon einmal als wir von den Victoria Fällen kamen. Weil es uns damals so gut gefallen hat, machen wir nochmal eine Bootstour.

Am nächsten Morgen um 5:30 ist wecken zu einem Game Drive in den Chobe NP. Bei 10 Grad geht es erstmal im offenen Geländewagen 20min bis zum Eingang. Spätestens jetzt sind wir gut durchgekühlt und wach und mit uns gut 10 weitere Jeeps die alle auf Einlass warten. In den ersten beiden Stunden sehen wir viele Giraffen, Kudus, Elefanten und ein Hippo das sich im Gebüsch vor uns versteckt hat. Wir sind schon wieder auf dem Weg zum Ausgang als unser Fahrer die Meldung von drei Löwen, die am Flussufer liegen sollen, bekommt. Mit Vollgas geht’s dorthin und tatsächlich, da liegen sie friedlich im Gras. Aber nicht lange, denn plötzlich kommt Bewegung in die Drei. Ein Impala läuft ahnungslos in der Nähe vorbei. Wie der Blitz rasen sie los, kesseln das Tier ein und schon ist das Frühstück gesichert. Wir sehen das erste Mal einen „Kill“ live und aus nächster Nähe und sind schwer beeindruckt wie schnell und koordiniert das Ganze abläuft. Der Tag ist auf jeden Fall gerettet und gegen 10 sind wir wieder zurück am Campground.

Nun geht es nach Livingstone in Sambia. Dort wollen wir uns die Victoria Fälle nochmal von der anderen Seite aus anschauen und danach geht’s weiter Richtung Norden. Was wir dabei erleben erfahrt ihr dann wie immer in unserem nächsten Reisebericht. Bis dahin, viel Vergnügen beim Lesen und Bilder anschauen. 

Unsere Route für diesen Reiseabschnitt

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Kommentare: 4
  • #1

    Margit (Dienstag, 27 Juni 2023 22:24)

    Hallo ihr Zwei,
    ein toller interessanter Bericht.
    Tolle Fotoaufnahmen, besonders die Sonnenuntergänge sind fantastisch.
    Viel Spaß weiterhin und liebe
    Grüße Margit

  • #2

    Hallo Karin und Manni (Dienstag, 27 Juni 2023 22:37)

    Unglaublich schöne und beeindruckende Bilder. Danke dafür.
    Liebe Grüße Manni I

  • #3

    Seematters (Mittwoch, 28 Juni 2023 18:40)

    Danke vielmal für den tollen Bericht und die schönen Bilder.
    Vielleicht treffen wir uns. Wir fahren jetzt durch Uganda, dann Ruanda und Tansania.
    Liebe Grüße Ruth und Fredy

  • #4

    Katrin & Heiko (Freitag, 30 Juni 2023 16:07)

    Hallo Karin und Manfred, hier sind Katrin & Heiko aus Dresden. Tolle Fotos aus einer Region, die uns noch völlig unbekannt ist… Wir haben euch durch Zufall im Netz gefunden. Da wir im nächsten Jahr mit unserem R-7 auf eine hoffentlich langjährige Weltreise gehen werden, suchen wir „Verbündete“, mit denen wir in Erfahrungsaustausch treten können. Wärt ihr dafür bereit? Wir haben natürlich Fragen, bei denen wir hoffen, von erfahrenen Weltreisenden ein paar Tipps zu erhalten…
    Wir würden uns über eine Kontaktaufnahme sehr freuen.
    Meine Handynummer für Whatsapp oder Signal lautet: +49 151 70368951. heiko.beer@gmail.com
    Liebe Grüße nach Namibia oder Sambia, je nachdem, wie weit ihr schon wieder seid…��