Do

26

Jan

2017

USA - New Mexico

Wir passieren die Staatsgrenze von Arizona nach New Mexico und fahren Meile für Meile über endlose und schurgerade Highways. Im Durchschnitt kommen hier 6,7 Einwohner auf einen qkm. Das lässt erahnen wie dünn die 314.000qkm Fläche besiedelt ist und, dass hier wirklich ganz oft ganz lange nichts kommt, außer Steppe und Kakteen. 

Aber der Staat hat natürlich auch einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten von denen wir uns nun einige in der nächsten Zeit anschauen wollen. Dazu gehört allerdings nicht, das Testgelände, wo 1945 die erste Atombombe gezündet wurde. Da schauen wir uns dann doch lieber das größte Radioteleskop der Welt an.  Das VLA (very large array) hat es wirklich in sich. Hier wird rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr ins Weltall geschaut, bzw. gehört, und die gesammelten Daten werden Wissenschaftlern aus der ganzen Welt zur Verfügung gestellt. Weltbekannt wurde die Anlage auch durch den Film „Contact“ mit Jodi Foster. Die 27 mächtigen Teleskope können das Spektrum von Radiowellen bis Gammastrahlen erfassen und die Daten werden dann an einen, speziell für diese Anwendung gebauten, Supercomputer gesendet, der diese dann so zusammensetzt, als wäre es ein einziges großes Teleskop. Je nach dem Detailgrad der erreicht werden soll werden die Abstände der Teleskope regelmäßig variiert, wobei die größte Ausdehnung 22 Meilen überkreuz ist. Die 100 Tonnen schweren Schirme mit einem Durchmesser von 25m werden dazu auf einem Schienennetz bewegt. Sehr empfehlenswert für alle die schon immer gerne Raumschiff Enterprise geschaut haben und wissen wollen was in fernen Galaxien so vor sich geht. 

Kurz vor unserem Übernachtungsplatz kommen wir durch Pie Town. Wie der Name schon sagt ist der Ort berühmt für seine Pies, also Apfelkuchen, der aber mit grünem Chilli versetzt ist und mit Vanille Eis serviert wird. Sehr lecker. In dem kleinen Cafe fühlen wir uns zurückversetzt wie ins letzte Jahrhundert. Hinzu kommt, dass der Chef, der auch gleichzeitig die Gäste bedient, einen Revolver in einem offenen Holster trägt. Das hat uns dann doch stark motiviert nicht über den Preis zu verhandeln. Sachen gibt`s, die gibt`s wirklich nur in Amerika. Glücklich dem Shooting entkommen zu sein biegen wir für die Nacht einfach irgendwo in eine Forststraße ab und suchen uns einen freien Platz im National Forest, in dem man fast überall kostenlos stehen darf.

Auf der Weiterfahrt über die endlosen Straßen machen wir zur Mittagszeit einen Stopp im Owl Pub in dem kleinen Ort San Antonio. Dort gibt es nämlich ganz leckere Chilli Cheeseburger in einer Umgebung wie aus den 60er Jahren.

Ein paar Meilen weiter ist das Bosque del Apache National Wildlife Refuge wo sich im Winter tausende von Kranichen und Wildgänsen die Zeit vertreiben bis es im Norden wieder wärmer wird, also so ähnlich wie wir das tun. Ein 14 Meilen langer Rundweg führt durch das Gelände, der natürlich ganz klassisch im American Style mit dem Auto befahren wird. 

Dann müssen wir uns sputen damit wir noch vor Einbruch der Dunkelheit an unserem Ziel, dem Campground Valley of Fires ankommen, nicht zu verwechseln mit dem Valley of Fire in der Nähe von Las Vegas. Hier machen wir einen Tag Pause und nutzen die Zeit für ausgedehnte Spaziergänge durch die interessante Lavalandschaft.

Gut ausgeruht geht es dann weiter über die endlosen Highways. Bei den Three Rivers Petroglyphen machen wir einen kurzen Spaziergang durch die Felsenlandschaft. Über 21000 Zeichnungen von Vögeln, Tieren, Insekten, Pflanzen und geometrischen Figuren sind hier überall auf den herumliegenden Felsbrocken zu sehen. Hat uns jetzt nicht sehr beeindruckt und wir haben sie auch nicht alle angeschaut…..

Über Alamogordo geht es dann zum White Sands National Monument. Schon aus gut 20 Meilen Entfernung sieht man die weißen Gipswolken, die der Wind aufwirbelt. Wir übernachten kurz davor an einem See und erleben mal wieder einen fantastischen Sonnenuntergang. Am nächsten Morgen fahren wir zuerst noch 30 Meilen weiter nach Süden. Dort ist ein Raketentestgelände und das Missile Range Museum wo alle Raketen, die seit dem zweiten Weltkrieg entwickelt wurden, zur Schau gestellt werden. Von Patriot über Pershing und Tomahawk ist alles zu sehen was Tod und Zerstörung bringt. Seit dem 2. Weltkrieg ist die Gegend um White Sands in New Mexiko das Versuchsgelände für Raketen und auch der ersten Atombombe, und das Ausbildungszentrum für Kampfjet Piloten. Am Himmel über Aalamogordo ist also immer was los. 

Danach geht es wieder zurück und zum White Sands National Monument. Die schneeweiße Dünenlandschaft ist aus Gipsablagerungen entstanden und der Wind hat bis zu 15m hohe Dünen geformt die ständig ihre Gestalt verändern. Eine über 12km lange Besucherstraße führt durch das Gelände und überall sind Picknickplätze eingerichtet von denen aus man zu Fuß alles erkunden kann. Wenn es nicht so warm wäre könnte man glauben, man ist in einem Skigebiet in den Alpen und tatsächlich wird die Straße bei starkem Wind auch von Schneepflügen geräumt. Wir halten uns bis Sonnenuntergang dort auf und fahren dann wieder zu unserem Übernachtungsplatz am See zurück. 

In Alamogordo besuchen wir Felizitas und Peter die wir aus dem Wohnmobilforum in Deutschland kennen. Die Beiden sind 2013 für 5 Jahre nach USA gezogen und Peter arbeitet auf der Holloman Airbase, einer der größten Bundeswehr Stützpunkte außerhalb Deutschlands. Da beide auch sehr reiselustig sind haben wir uns viel zu erzählen und verbringen ein paar nette Abende miteinander. Nochmal herzlichen Dank an euch beide für die schöne Zeit und die Leckerlis…

Zwischendurch besuchen wir noch das Space History Museum in der Stadt wo die Entwicklung der Raumfahrt anhand von Modellen und Originalstücken dargestellt ist. Im Außenbereich stehen zusätzlich noch einige Raketen aus der Frühzeit der Raumfahrt. 

Wir fahren an El Paso vorbei und in den Guadaloupe Mountain Nationalpark an der Grenze zu Texas. Der Park ist kaum erschlossen, aber der Pine Campground ist wunderschön gelegen und nachdem es am Abend noch bitterkalt war und in Strömen geregnet hat, empfängt uns am Morgen strahlender Sonnenschein. Das motiviert uns dann auch gleich für eine mehrstündige Wanderung über Stock und Stein und durch ein ausgetrocknetes Flussbett bis zum Canyon-Engpass „Devils Hall“. 

Ein paar Meilen weiter sind die Carlsberg Caverns, die größten zugänglichen Höhlen der Erde. Wir machen die große zweieinhalb Stunden Tour die am „Natural Entrance“ beginnt und dann serpentinenartig bis in 250m Tiefe führt. Der erste Teil ist gut 2 km lang und führt dann in die verschiedenen Räume die bis zu 100m Deckenhöhe haben. Alles ist in amerikanischer Manier super gut erschlossen und präsentiert, und ein tolles Erlebnis. Ganz eilige können auch einen Aufzug nach unten nehmen und nur die „Big Room Tour“ machen. Und natürlich gibt es dort dann auch eine Snack Bar. Wir nehmen nur den Aufzug nach oben und darüber sind wir ehrlich gesagt auch froh, denn der Rückweg zu Fuß wäre sicher ganz schön anstrengend gewesen. Von Frühjahr bis Oktober halten sich in der Höhle auch über 400.000 Fledermäuse auf und jeden Abend bei Sonnenuntergang steigen dann über 6000 Stück pro Minute aus dem Höhleneingang nach draußen. Für dieses Spektakel ist für die Zuschauer extra ein Amphitheater am Eingang errichtet worden. Den Winter verbringen die Fledermäuse leider in Mexiko und so mussten wir auf dieses Highlight verzichten. Aber nächsten Winter bleiben sie ja vielleicht da, weil sie nicht mehr über „die Mauer“ kommen.  

Für uns geht es nun weiter nach Texas und in den Big Bend National Park, dem südlichsten NP der USA in der Schleife des Rio Grande. Wir freuen uns jetzt schon auf die großartige Landschaft und viele schöne Wanderungen. Aber darüber berichten wir euch dann wieder im nächsten Blog. Bis dahin viel Spaß beim Lesen und Bilder gucken.  

Und hier noch einige Schnappschüsse

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Kommentare: 7
  • #1

    Bernhard (Donnerstag, 26 Januar 2017 18:39)

    Hallo Karin und Manfred,
    jetzt seid ihr mal wieder in Regionen, die unsereinem eher bekannt sind, bzw. die alsbald entdeckt werden dürfen. ;-) habt ihr auch in Carlsbad ein paar "Carlsberg" getrunken ;-)
    Weiter gute Fahrt
    Bernhard

  • #2

    Jindra (Donnerstag, 26 Januar 2017 19:10)

    Hallo Karin, hallo Manfred!
    Der Abschnitt macht Lust auf mehr:)!
    Die Teleskope sehen in der riesigen Landschaft trotz ihrer Größe wie Spielzeuge aus:)!
    Weiterhin allzeit gute Fahrt!
    Schöne Grüße aus der Bilderbuch-Winterlandschaft hier,
    Jindra.

  • #3

    Marion Kabbe (Donnerstag, 26 Januar 2017 21:38)

    Die Höhle ist der Hammer, die Gipslandschaft märchenhaft, die Sonnenuntergänge wunderschön.

  • #4

    Gisela (Freitag, 27 Januar 2017 15:09)

    Hallo Karin und Manfred, super ausgewählte Ziele! Die werde ich mir doch gleich mal vormerken. Wer weiss, vielleicht mahen wir noch einmal eine Überführung.
    Weiterhin gute Fahrt, ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Teil, den Big Bend finde ich nämlich großartig!
    Grüsse Gisela

  • #5

    Jürgen (Mittwoch, 15 Februar 2017 10:36)


    Der sechzigste:

    Ein chilli cheeseburger, der macht uns an
    zur Rast in New Mexico dann und wann!
    So weit ich auch seh':
    Es gibt keinen Schnee!
    white sands ihn jedoch voll ersetzen kann!

    PP

  • #6

    Wienand Schaller (Donnerstag, 23 Februar 2017 23:42)

    Hallo Manfred, überleg mal ob du mich noch kennst? Wir haben damals zu Massa Zeiten in Kibo zusammen gearbeitet. Hab das mit euch von Peter Schäfer erfahren. Fahre selbst seit 20 Jahren Wohnmobil, aber nur Europa weit. Wir kommen vom fahren nicht los, das bleibt. Wünsche euch all Zeit eine unfallfreie Fahrt und daß Ihr gesund bleibt!
    Tracker Gruß von Winny

  • #7

    A+K Weltenbummler (Samstag, 25 März 2017 12:18)

    Wunderschöne Bilder. Am allerbeeindruckendsten fanden wir auf unserer ganzen langen Rundreise durch die USA den White Sands National Park. Dort kommt man sich wie auf einem anderen Planeten vor. Das gleißende Weiß des Gipses, der blaue Himmel als Kontrast, die wenigen Pflenzen, die dort überleben können, das ist einfach nur awesome, wie die Ami´s sagen würden.

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