Sambia

In Kasane überqueren wir die Grenze nach Sambia. Dank einem detaillierten Laufzettel von unseren Reisefreunden Susa & Pit wissen wir was auf uns zukommt und in welcher Reihenfolge wir an welchen Schalter müssen. Nach gut zwei Stunden ist alles erledigt und wir um knapp $200 ärmer, die an diversen Gebühren für Straßenbenutzung, Versicherung, Brücken Maut und anderen Kleinigkeiten zu bezahlen sind. Alles geht sehr zivilisiert und überaus freundlich und zuvorkommend zu. Das hatten wir so nicht erwartet. Eine lustige Anekdote beim Abschluss der obligatorischen Versicherung ist noch erwähnenswert. Nach dem der Chef gut 10 Minuten lang ohne ein Wort einen uns völlig unverständlichen Zettel ausgefüllt hat will er $50. Moment mal sagen wir, vor zwei Tagen sind unsere Freunde mit einem ähnlichen Auto hier durch und haben nur $40 bezahlt, wie das? Er lächelt und sagt, dann halt $40. Willkommen in Sambia, wo einem im Übrigen an allen offiziellen Zahlstellen in großen Lettern mitgeteilt wird, say no to corruption.

Unser erster Stopp ist Livingstone. Hier wollen wir uns die Victoriafälle, wo der Sambesi in seiner Breite von 2,5 Kilometern über 100 Meter in die Tiefe stürzt, nochmal von der anderen Seite aus ansehen. Und das hat sich wirklich gelohnt. Im September 2022 haben wir sie ja von Zimbabwe aus sehen können, inklusive Hubschrauberrundflug. Die Sicht von sambischer Seite aus ist völlig anders. Hinzu kommt, dass viel mehr Wasser da ist und wir nach der zweistündigen Besichtigung nass sind bis auf die Haut. Das hat richtig Spaß gemacht.

Sambia hat eine lange Geschichte. Es war einst Teil des Königreichs von Kongo und später Teil des britischen Protektorats Nordrhodesien. Das Land erlangte am 24. Oktober 1964 seine Unabhängigkeit von Großbritannien, Das durchschnittliche Monatseinkommen in Sambia betrug im Jahr 2021 211 US-Dollar. Fast zwei Drittel der arbeitsfähigen Bevölkerung in Sambia sind junge Leute, und fast ein Viertel von ihnen ist laut Schätzung der Weltbank arbeitslos. Den Betroffenen fehlt es an Schul- und beruflicher Ausbildung und Jugendarbeitslosigkeit ist ein großes Problem in Sambia. Wenn sich die Lage nicht verbessert, sieht die Zukunft düster aus

Wir geben Gas, aber bloß nicht zu viel, denn Geschwindigkeitskontrollen sind allgegenwärtig und Toleranz ein Fremdwort. Nur 1km drüber und schon sind 15 Euro fällig. Hinzu kommen 10cm tiefe Spurrillen die die die vielen LKWs, die von den Zinnminen kommen, im Laufe der Zeit in den Asphalt gefräst haben. Doch die Schlaglöcher haben auch ihre guten Seiten für die Anwohner. Geschäftstüchtig werden an den Engstellen, wo es mit Schrittgeschwindigkeit durchgeht, Erfrischungen und frisch zubereitetes Essen angeboten. Kommt ein Überlandbus vorbei drängeln sich Dutzende von Verkäuferinnen an den Fenstern und preisen ihre Waren an. Immer wieder gibt es Polizei -und Militärkontrollen bei denen wir aber vorerst durchgewunken werden. Nach einem Übernachtungsstopp auf halber Strecke erreichen wir nach 500 Kilometern die Hauptstadt Lusaka. Am Stadtrand gibt es einen netten Campground der von einem holländischen Paar geführt wird die früher per Anhalter in Afrika rumgereist sind. Hier bleiben wir ein paar Tage, machen die Wäsche und Karin traut sich zum Friseur. Nein, davon gibt es kein Bild. Das fiel der Zensur zum Opfer, oder doch nicht?

Wir fahren zügig nach Norden, sofern es die Straßenverhältnisse erlauben. Diese werden immer schlechter je weiter wir kommen. Zeitweise ist das Asphaltband nur noch knapp 4m breit und im LKW Gegenverkehr eine echte Herausforderung. Bei den Kundalila Falls machen wir einen Übernachtungsstopp. Eine 13km Sand -und Steinpiste endet auf einer Campingwiese. Dort wird ein fürstliches Eintritts -und Übernachtungsgeld erhoben bevor man die Wasserfälle anschauen darf, die sich über 65m in eine Schlucht stürzen. 

Für weitere 180km Richtung Grenze brauchen wir fast 5 Std bis wir in Mpika unseren wohlverdienten Übernachtungsstopp einlegen können. An der Mautstelle haben wir Geld zurückverlangt, hat aber nix genutzt. Weitere stressige 100km später biegen wir links ab zu den Kapishya Hot Springs. Doch auch die 30km bis dorthin müssen hart erarbeitet werden und wir brauchen dafür weitere 90 Minuten. Doch der Weg lohnt sich, denn wir landen in einem kleinen Paradies. Das Resort ist malerisch am Fluss gelegen mit Lodges, Campground, einem SPA und einer heißen Quelle. Hier lassen wir es uns für zwei Tage gutgehen. Vor acht Uhr, wenn der Dunst bei 10 Grad Außentemperatur noch über dem Wasser liegt, ist das morgendliche Bad am schönsten. 

Dann heißt es leider Abschied nehmen und zurück in den Straßenalltag von Sambia. Für die 220km bis zu unserem letzten Stopp vor der Grenze nach Tansania brauchen wir gut sechs Stunden. Wobei die letzten 100km tatsächlich neu gemacht sind und zum Rasen verleiten. Aber gleich sind natürlich auch wieder die Wegelagerer mit der Radarpistole unterwegs. Das Kings Highway Kalungo Restcamp liegt etwas abseits der Hauptstraße und hier erholen wir uns nochmal und erkunden die Umgebung auf dem schönen Hiking Trail am Fluss entlang. 

Das war’s dann auch schon mit Sambia und wir überqueren nun die Grenze nach Tansania. Was wir dort erleben erfahrt ihr dann wie immer im nächsten Blog. Bis dahin viel Vergnügen beim Lesen und Bilder anschauen. 

Unsere Route für diesen Reiseabschnitt - 1600 km

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Kommentare: 3
  • #1

    Ruth und Fredy (Montag, 10 Juli 2023 17:56)

    Wir fahren in zwei Tagen von Ruanda in Tansania ein. Ruanda solltet ihr euch nicht entgehen lassen!

  • #2

    Margit (Dienstag, 11 Juli 2023 19:02)

    Wie immer super schöne Fotos und ein interessanter Bericht.
    Weiterhin eine gute und gesunde Zeit in Tansania.

  • #3

    Elisabeth (Donnerstag, 13 Juli 2023 05:30)

    Vielen Dank ihr Lieben! Weiter so!
    Herzlichst Elisabeth und Kurt